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  • Nofretete ist zurück in Berliner Museum

    Unter mysteriösen Umständen kam die Büste der rätselhaften und schönen Nofretete 1913 nach Deutschland. Die Hauptgemahlin des Pharao Echnaton residierte bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel. Dann musste sie umziehen. Jetzt ist sie wieder da.

    Um die Sammlungen vor Bombardierungen zu schützen, wurde das Museum 1939 geschlossen, die Exponate aus dem später tatsächlich schwer beschädigten Gebäude ausgelagert. Nun ist Nofretete zurück. Nach 70 Jahren wird das Neue Museum am Freitag feierlich wiedereröffnet, die weltberühmte Büste der ägyptischen Königin ist im Nordkuppelsaal ausgestellt.

    Der Wiedereröffnung ging eine aufwändige Renovierung nach Entwürfen des britischen Architekten David Chipperfield voraus. Rund 200 Millionen Euro kostete die Umgestaltung mit behutsamer Hand, denn Geschichte, Denkmalpflege und Kunst sollten verbunden werden. Das Ergebnis ist so interessant, dass das Museum bereits im März dieses Jahres für zwei Tage öffnete - ohne Exponate. 35.000 Besucher kamen, nur um zu sehen, wie Chipperfield den klassizistischen Bau des Schinkel-Schülers Friedrich August Schüler mit der kargen Strenge moderner Bauten verbunden hat. Chipperfield ließ die Kriegsschäden sichtbar bleiben. Die Eingangshalle, einst ein Prachtraum des Museums, ist heute ein Mahnmal für den Krieg: Die Wände sind unverputzt, der nackte Backstein blickt dem Besucher entgegen, unter der hohen Decke hat Chipperfield dunkle Balken eingezogen.

    Der Bau wird Sammlungen zusammenführen, die seit dem Zweiten Weltkrieg über Museen im West- und Ostteil Berlins verstreut waren: Das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie die Antikensammlungen werden nicht nur räumlich vereint, sondern auch inhaltlich aufeinander bezogen. "So wird die Entwicklung der vor- und frühzeitlichen Kulturen der Alten Welt vom Vorderen Orient bis zum Atlantik, von Nordafrika bis Skandinavien in einer noch nie da gewesenen Breite und Fülle nachvollziehbar", erklärt das Museum euphorisch zur Eröffnung.

    Mit dem Neuen Museum hat die Berliner Museumsinsel das dritte von insgesamt fünf Gebäuden restauriert. Der Entwicklung des gesamten Museumsareals mitsamt einem neuen Eingangsgebäude liegt ein Masterplan zugrunde, der eine Fertigstellung aller Arbeiten bis 2015 vorsieht. Die Renovierung der Alten Nationalgalerie machte 2001 den Anfang, 2006 folgte das Bode-Museum. Nun bleiben noch Pergamonmuseum und Altes Museum, die aber im laufenden Betrieb saniert werden. Zum Wochenende wird die Museumsinsel, die 1999 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, wieder tausende Menschen anziehen. Am Samstag und Sonntag können sie Nofretete sogar kostenlos besuchen. Die Eröffnungstage sind im Neuen Museum eintrittsfrei.

    Möglicherweise werden die Besucher dann auch bedenken, dass die schöne Ägypterin in ihrer Heimat vermisst wird und vielleicht irgendwann die Heimreise antreten könnte. Der Chef der ägyptischen Antiquitätenverwaltung, Sahi Hawass, setzte erst vor wenigen Tagen die Rückgabe fünf antiker Fresken aus dem Louvre durch, die in den 80er Jahren gestohlen und später von dem Pariser Museum gekauft worden waren. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Donnerstag sagte Hawass, seine Behörde prüfe auch, wie Nofretete Anfang des 20. Jahrhunderts nach Deutschland kam. "Wenn sie Ägypten illegal verlassen hat, wovon ich überzeugt bin, werde ich sie von Deutschland offiziell zurückfordern." http://www.rp-online.de/kultur/mehr_kultur/Nofretete-ist-zurueck-in-Berl...

  • Das neue eMuseum stillt den Hunger nach Geschichte und den Appetit auf Antiquitäten

    Die Geschichtshungrigen und Liebhaber von Antiquitäten können jetzt online die Sammlungen der Colonial Williamsburg Foundation durchstöbern. Die Datenbanken der Sammlungen mit Bildern, Beschreibungen und der Geschichte zu Objekten stehen jetzt durch eMuseum auf der Webseite der Colonial Williamsburg Foundation zur Verfügung.

    „Die Installation von eMuseum ist unsere neueste Bemühung, die Sammlungen sowohl für Wissenschaftler, Historiker und Sammler als auch für die Allgemeinheit zugänglich zu machen“, sagte Ronald L. Hurst, Colonial Williamsburg’s Carlisle H. Humelsine Hauptkurator und Direktor für Sammlungen, Konservierung und Museen. „Zusätzlich zu den Objekten, die derzeit in den Museen der Stiftung und in historischen Gebäuden zu sehen sind, können mit eMuseum auch die Teile der Sammlungen bereitgestellt werden, die für häufige Ausstellungen entweder zu zerbrechlich oder zu lichtempfindlich sind.”

    Das Colonial Williamsburg’s eMuseum bezieht standardmäßige Datenbank-Suchtechniken mit ein, um Dateien für Objekt in den Sammlungen abzurufen. Benutzer können die Sammlungen nach vielen Kategorien durchstöbern, wie z. B. nach Objekt, Material, Datum oder Art. Mehr als 3.200 Objekte stehen momentan zur Verfügung. Monatlich kommen immer mehr dazu, bis schließlich alle Objekte in den Sammlungen durch eMuseum abrufbar sind.

    Die Colonial Williamsburg Sammlungen umfassen mehr als 60.000 Beispiele aus der Bildenden Kunst, dem Kunsthandwerk, der praktischen Künste (artes mechanicae) und der Volkskunst. Sie enthalten amerikanische, britische und europäische Keramiken, Glas, Möbel, Textilien, Kleidungsstücke, Werkzeuge, Waffen, Münzen, Metalle, Drucke, Landkarten, Gemälde und Zeichnungen vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts sowie hervorragende Beispiele aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert amerikanischer Volkskunst. Viele dieser Objekte werden benutzt, um die Gebäude im historischen Distrikt von Colonial Williamsburg auszustatten – wo sie Gästen ein besseres Verständnis für die Anfänge des Lebens in Virginia vermitteln – während andere in innovativen und wechselnden Ausstellungen im DeWitt Wallace Decorative Arts Museum und dem Abby Aldrich Rockefeller Folk Art Museum gezeigt werden. Colonial Williamsburg’s eMuseum — http://emuseum.history.org/code/emuseum.asp— man hat ebenfalls Zugriff über den Weblink der Stiftung (www.history.org), indem man Museum an der Menüleiste anklickt und dann eMuseum auswählt.

    Die Colonial Williamsburg Foundation, die 1926 gegründet wurde, ist eine gemeinnützige Bildungsinstitution. Sie erhält und betreibt die gesamte restaurierte Stadt Williamsburg, die während des Bürgerkrieges im 18. Jahrhundert als Hauptstadt fungierte, als lebendiges Geschichtsmuseum und erzählt inspirierende Geschichten von den Gründern unserer Nation.
    Williamsburg befindet sich in Virginias sog. Tidewater Region, 20 Minuten entfernt von Newport News, eine Fahrstunde entfernt von Richmond und Norfolk und 150 Meilen südlich von Washington, D.C. Weitere Informationen bezüglich Colonial Williamsburg erhalten Sie unter der Rufnummer 1-800-HISTORY oder gehen Sie zur Colonial Williamsburg Webseite www.history.org.

  • Rom: Zaha Hadid stellte MAX-XI vor

    Rom - Nach mehreren Verzögerungen und sechs Jahren Bauarbeiten feiert Rom sein nationales Museum für die Künste des 21. Jahrhunderts (MAX-XI). Vorgestellt wurde das neue Gebäude im nördlichen Flaminio-Viertel unweit von Renzo Pianos Musikauditorium von der bekannten britischen Architektin irakischer Herkunft Zaha Hadid, die das Projekt entworfen hat.

    Das Museum, das auf dem Gelände einer früheren Kaserne entstanden ist, soll mit fünf Ausstellungen im Frühjahr 2010 eröffnen und so eine große Lücke im Kulturangebot der italienischen Hauptstadt schließen. Es soll von der neu gegründeten Stiftung MAX-XI verwaltet werden, die von der Regierung mit vier Millionen Euro dotiert wurde.

    "Dieses Museum ist ein Wunder und ein Kunstwerk an sich", kommentierte der italienische Kulturminister Sandro Bondi nach Medienangaben vom Freitag. 150 Millionen Euro kostete die Konstruktion mit hohen und hellen Räumen auf drei Ebenen, die dem Licht und dem Blick über mehrere Etagen einen besonderen Stellenwert einräumt.

    Die Struktur ist in fünf Galerien geteilt. Elegant geschwungene Treppen in schwarzem Marmor verleihen dem Museum eine besondere Eleganz. 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen zur Verfügung. Den Grundstock der Sammlung bilden 350 Werke zeitgenössischer Künstler. "Ein raffiniertes Spiel aus Stahlbeton, Glas und Metall", beschrieb Hadid ihr Museum.

    Zaha Hadid scherzte über die langen Errichtungszeiten des Museums. Wiederholt mussten die Arbeiten wegen Mangel an Finanzierungen unterbrochen werden. Ursprünglich war das Ende der Arbeiten für 2006 vorgesehen. Der Termin wurde aber öfters verschoben. "Der unerwartete Vorteil war, dass ich öfters Rom besuchen konnte", sagte Hadid, die als Kind in Rom gewohnt hat.

    Erste große Ausstellungen sind ab Mai geplant. Im ersten Eröffnungsjahr rechnet man mit rund 400.000 Besuchern. "Der MAX-XI soll in den Besuchern die Freude am Museumsbesuch wecken. Wir wollen zugleich auch auf Schönheit und Komfort setzen", betonte die Architektin. (APA)

    (http://derstandard.at/fs/1256744745439/Rom-Zaha-Hadid-stellte-MAX-XI-vor)